Auszeichnungen für fachgerecht sanierte Weinkeller
Insgesamt 19 historische Presshäuser wurden als NÖ Baukulturerbe ausgezeichnet. Der Sonderpreis der Jury ging an Josef Semrad in Putzing.
© Pamela Schmatz
Historische Presshäuser bewahren, traditionelle Baukunst sichtbar machen und das baukulturelle Erbe Niederösterreichs für kommende Generationen erhalten: Unter diesem Motto wurden im Himmelkeller in Kronberg 19 Auszeichnungen im Rahmen der Initiative „Ich bin NÖ Baukulturerbe“ verliehen. Der Sonderpreis der Jury ging an Josef Semrad nach Putzing, dessen behutsam saniertes Presshaus durch den Erhalt seiner historischen Substanz und ursprünglichen Ausstattung überzeugt.
Wertvolles Kulturerbe Niederösterreichs
Mit der Auszeichnung holen wir besondere Projekte vor den Vorhang und sagen den Menschen, die sich dafür einsetzen, danke. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer engagieren sich aus Liebe zur Heimat und mit dem Wunsch, wertvolle historische Bausubstanz an die nächste Generation weiterzugeben.
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.
Die Bedeutung der Kellergassen reicht dabei weit über ihre architektonische Wirkung hinaus. Der Weinbau ist seit Jahrhunderten eng mit der Geschichte, Wirtschaft und Identität Niederösterreichs verbunden. Auf rund 27.000 Hektar werden im Bundesland Reben angebaut. Die rund 1.300 Kellergassen mit etwa 37.000 Kellern sind nicht nur Teil der regionalen Weinwirtschaft, sondern auch einzigartige Zeugnisse der Baukultur.
Der Festakt machte deutlich, wie wichtig die fachgerechte Erhaltung dieser historischen Gebäude für die Zukunft der niederösterreichischen Kulturlandschaft ist.
Sonderpreis der Jury
Ein besonderes Beispiel für den behutsamen Umgang mit historischer Bausubstanz ist das Presshaus von Josef Semrad in Putzing, das mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde.
Bei der aufwändigen Sanierung stand der Erhalt der überlieferten Originalform und des ursprünglichen Charakters im Mittelpunkt. Die bestehende historische Bausubstanz blieb weitgehend erhalten. Auch die überlieferte Ausstattung mit den historischen Gerätschaften wurde bewahrt. Das Presshaus in Putzing gilt damit als Vorbild für die fachgerechte Sanierung traditioneller Kellergassen in Niederösterreich.
Fachdialog und Einblicke aus der Praxis
Neben der Verleihung der Auszeichnungen bot die Veranstaltung Raum für fachlichen Austausch. Expertinnen und Experten aus dem Fachbereich Baukultur, dem Kellergassenmanagement der NÖ Dorf- & Stadterneuerung, der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich sowie dem Bundesdenkmalamt diskutierten über den Wert und die Zukunft der historischen Kellergassen.
Zusätzliche Einblicke aus der Sanierungspraxis vermittelte Kellergassenbauberater Matthäus Barthofer. Musikalisch begleitet wurde der Abend vom Trio Scheck, durch das Programm führte Moderatorin Kathrin Körber.
Kellergassen als Auftakt für weitere Schwerpunkte
Die Initiative „Ich bin NÖ Baukulturerbe“ setzt mit den historischen Kellergassen den ersten Schwerpunkt eines langfristig angelegten Programms. In den kommenden Jahren sollen weitere charakteristische Gebäudetypen Niederösterreichs in den Mittelpunkt rücken. Dazu zählen unter anderem Lesehöfe, Vierkanter, Stadl und Dörrhäuser.